Hier gelangen Sie zum Sozialwort der Kirchen „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ von 1997
"Jahrbücher Gerechtigkeit von einem Kirchlichem Herausgeberkreis"
Jahrbuch Gerechtigkeit I: Armes reiches Deutschland
Jahrbuch Gerechtigkeit III: Zerrissenes Land. Perspektiven der deutschen Einheit
"Hartz IV"
Eine Tagungsreihe zu Erwerbslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik in einer breiten Kooperation mit dem Diakonischen Werk Sachsen, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt KDA Sachsen, dem Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen e.V. und der drobs Obdachlosenzeitung Dresden.
Abschlusstagung der Reihe:
»In Würde leben lassen«
Erwerbslosigkeit als Herausforderung für Kirchgemeinden, Wohlfahrtsverbände und Politik
vom 27.-29. März 2009
Erwerbslosigkeit, besonders Langzeiterwerbslosigkeit hält sich hartnäckig – sowohl in den Konjunkturzeiten von 2007/2008 und erst recht in der Krise. Viele beklagen ferner seit ‚Hartz IV’ ein zunehmendes Auseinanderdriften zwischen arm und reich, Armut per Gesetz. Sichtbar werde dies an der Hochkonjunktur der Tafeln. Sind aber Tafeln ein Ausdruck christlicher oder humanistischer Barmherzigkeit oder bewirken sie eher eine Verfestigung der Armut?
WissenschaftlerInnen der Universität Bielefeld sehen in den Hartz IV-EmpfängerInnen die neuen Opfer von Menschenfeindlichkeit. In ihrer alljährlichen Studie „Deutsche Zustände“ warnen die ExpertInnen vor dieser neuen Ausgrenzungswelle in der Gesellschaft. Und viele Erwerbslose bestätigen es.
„Noch viel mehr als durch die nicht existenzsichernden Regelsätze fühlen sich Langzeiterwerbslose durch die mediale und öffentliche Hetze gegen sie – Stichworte „Abzocker“, „den Staat bescheißen“, „Drückeberger“, „Schmarotzer“ – und durch die alltägliche Gängelung im Amt entwertet und zutiefst verletzt.
Selbstverständliche Bürgerrechte wie die Unverletzlichkeit der Wohnung werden Hartz IV-EmpfängerInnen „von Amts wegen“ aberkannt.“, so Dr. Bettina Musiolek. Und weiter: „Die Hartz IV-Verwaltung (ARGEn, Ämter in optierenden Kommunen) ist in einem katastrophalen Zustand, der die Menschenunwürdigkeit des ALG II-Systems potenziert. Was für ‚normale’ deutsche Verwaltungen die Ausnahme ist, ist in ARGEn der Regelfall: ‚Kunden’ enden in Hotlines oder an Countern im Eingangsbereich, die FallmangerInnen sind hoffnungslos überfordert angesichts ihrer hohen Fallzahl und für ihren Job sehr oft völlig unqualifiziert, BearbeiterInnen wechseln häufig usw. usw usw. Unser Pilotprojekt eines ganzheitlichen Kommunikationsseminars für FallmangerInnen und Langzeiterwerbslose („Vor und hinter dem Amtstisch“) wurde von den ARGEn und z.B. dem afas in Meißen alles andere als dankbar aufgenommen. Dem Verhalten der ARGEn und optierenden Kommunen liegt strukturell ein aus christlicher und humanistischer Sicht menschenunwürdiges Menschenbild zugrunde. Ganz davon abgesehen, dass auch das Sozialstaatsverständnis sehr kritikwürdig ist. Die Menschen haben, weil sie Menschen und Bürger sind, ein Anrecht auf staatliche Unterstützung, sie müssen nicht dafür arbeiten oder sonst etwas tun. Für staatliche Sozialunterstützung zu arbeiten grenzt an Arbeitszwang. Durch Zumutbarkeitsregeln und die omnipräsente Sanktionsdrohung wird die Menschenwürde von Langzeiterwerbslosen ständig verletzt. Ich bestrafe meine Kinder, wenn sie zu spät zur Schule kommen nicht durch Nahrungsentzug. Das jedoch tut die ARGE, denn jede Kürzung von Hartz IV ist Beschneidung des ohnehin nicht existenzsichernden Satzes.
Besonders als Christin kann ich mich nur gegen das Hartz IV-System aussprechen. Barmherzigkeit und Gerechtigkeit sind EINE Leidenschaft, wie uns Prof. Kleinert auf der Tagung erläuerte. Die vorrangige Option für die Armen ist DER konstitutionelle Gründungsakt des Christentums und ihr Alleinstellungsmerkmal bei seiner Entstehung. Heute bedeutet dies, dass Christen und christliche Kirchen aufschreien müssen angesichts der Realität von Hartz IV. Dies ist angesichts der absehbaren und in armen Ländern schon sichtbaren sozialen Folgen der Krise um so dringlicher.“
„Hartz und die Frauen“ Hella Baumeister auf einer Tagung der Reihe in 2006
Das Recht auf Arbeit - Das Recht auf Muße
Das Menschenrecht auf Arbeit – Vortrag von Dr. Bettina Musiolek
Arbeit und Muße – Vortrag von Anne Reichmann, Hamburg
"Vor und hinter dem Amtstisch"
Eine Seminarreihe mit Erwerbslosen, ARGE-Fallmanagerinnen / Fallmanagern sowie Mitarbeitenden in Beratungsstellen - Ein Pilotprojekt in Kooperation zwischen dem Bildungszentrum der Bundesagentur für Arbeit Meißen und der Evangelischen Akademie Meißen.
Bericht über die Seminarreihe von Michael Bartsch.



