Die Evangelische Akademie Meißen und das Entwicklungspolitische Netzwerk starteten die
Initiative SACHSEN KAUFT FAIR
Öffentliche Einrichtungen (das Land, Städte, Gemeinden, staatliche Firmen) kaufen allein in Sachsen für rund 14 Mrd. EUR Waren und Leistungen ein. So z.B. Polizei- und Feuerwehruniformen, Gehwegsteine, Dienstfahrzeuge, Bürocomputer, Blumen, Krankenhausgeräte, Spielzeuge für Kindergärten.
Das bedeutet sehr oft, dass
- sich die ukrainische Näherin der neuen schicken Feuerwehruniform nicht die Milch für ihre Kinder leisten kann;
- die Rosendekorationen bei Feierlichkeiten im Rathaus aufgrund der hohen Pestizidbelastung schwerste Folgeschäden bei den Blumenpflücker/innen auf den Plantagen in Ostafrika und ihren Kindern hinterlassen;
- ein Großteil der Pflastersteine für neue Marktplätze aus indischen Steinbrüchen stammen, in denen Kinder unter lebensgefährlichen Bedingungen schuften.
Und es kommen ständig neue Berichte über Menschenrechtsverletzungen auch bei anderen Produkten hinzu.
Ausbeutung und Umweltmissbrauch mit unseren Steuergeldern?
Städte und Bundesländer nehmen als Großkunden eine Vorbildfunktion ein. Sie können die Zulieferfirmen zur Übernahme von mehr Verantwortung für ihre Wirtschaftsweise anregen, damit wir zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen und Armut dauerhaft beseitigen. Am Geld kann es nicht liegen!
Städte und Länder beginnen, in diesem Sinne verantwortlich zu handeln. Einige Beispiele:
Am 14.12.2007 wurde die Sächsische Staatsregierung durch einen Landtagsbeschluss ersucht, im Beschaffungswesen des eigenen Geschäftsbereichs künftig nur Produkte zu berücksichtigen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden.
Das Land Berlin ist dabei, Menschenrechte für seinen Einkauf als gesetzliche Bedingungen festzulegen. Über 150 Städte in Deutschland haben beschlossen, nicht mehr Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit einzukaufen.
In ihrer Herbstsynode 2008 hat sich die Ev.-Luth. Landeskirche der Initiative SACHSEN KAUFT FAIR angeschlossen.
Sie will bürgerschaftliches Engagement mobilisieren und unterstützen, um Land und Städte zu verantwortlichem Einkauf zu bewegen. Sie arbeitet mit Städten wie Chemnitz und Leipzig zusammen und erinnert das Land an die Umsetzung seines Parlaments-Beschlusses vom 14.12.2007.
Vorträge aus der Veranstaltung der Evangelischen Akademie Meißen in Kooperation mit den Evangelischen Akademien Bad Boll, Arnoldshain, Villigst sowie den Evangelischen Akademien in Deutschland EAD e.V. und der Hans-Böckler-Stiftung sowie in Kooperation mit dem Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen (ens).

Handlungsfeld verantwortliche öffentliche Beschaffung im Überblick: Wieviel, wer, wo? Begriffbestimmungen.
Dr. Bettina Musiolek, Studienleiterin, Evangelische Akademie meißen
- Dr. Frans Papma: Berater für das
Programm Nachhaltige Beschaffung der niederländischen Regierung, Ehemaliger Direktor Fair Wear Foundation, Amsterdam
Was fordern Stakeholder von der öffentlichen Vergabe? DGB Sachsen – Manja Sellenthin
Keine Ausbeutung mit Steuergeldern – für eine ethische öffentliche Beschaffung, Christiane Schnura, Koordinatorin der Kampagne für ‚Saubere‘ Kleidung



