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Montag, 12. März 2018 | 15:59 Alter: 45 Tag(e)

Akademie international: Jahresversammlung der Norwegischen Kirchenakademien in Gran, Norwegen


Kristin Gunleiksrud Raaum, Kjell Yngve Riise und Dr. Julia Gerlach (v.l.n.r.)

Logo der Norske Kirkeakademier

Dr. Julia Gerlach bei der Lesung aus dem zweiten Korintherbrief

Schwesternkirchen in Gran

Idylle in Gran bei Oslo

Kirchenfenster in der Nikolaikirche in Gran

Zum Thema „Kirche und Kunst“ kamen vom 9. bis 11. März 2018 Vertreterinnen und Vertreter von rund 30 Kirchenakademien in Gran bei Oslo zusammen. Der Zusammenschluss der Norwegischen Kirchenakademien (NKA) bringt evangelische, katholische und orthodoxe Einrichtungen an einen Tisch – zum Erfahrungsaustausch, aber auch zur Planung gemeinsamer Aktivitäten. In diesem Jahr war Dr. Julia Gerlach, Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Meißen, in ihrer Funktion als Vorstandsmitglied von Oikosnet Europe, des europäischen Netzwerks von Kirchenakademien, zur Jahresversammlung eingeladen.
Anders als in Deutschland sind Kirchenakademien in Norwegen das Produkt einer Graswurzelbewegung. Konkret entscheiden in den Gemeinden vor Ort engagierte Mitglieder, oft gemeinsam mit Pfarrerinnen und Pfarrern, eine Akademie aufzubauen und tun dies ehrenamtlich. Sie können sich der Unterstützung ihrer Kirche sicher sein und Kirchenräume oder auch Kultureinrichtungen für öffentliche Veranstaltungen nutzen. Zumeist handelt es sich um Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, aber auch um Ausstellungen und Aufführungen. Im vergangenen Jahr haben die Kirchenakademien in Norwegen so insgesamt rund 400 Veranstaltungen in fast allen Landesteilen organisiert.
In Vorträgen rund um „Kirche und Kunst“ ging es in diesem Jahr darum, Inspiration für die Akademiearbeit und die Einbindung von Kunst zu erhalten. Kristin Gunleiksrud Raaum, Generalsekretärin der NKA, betonte die zentrale rituelle Funktion von Kunst insbesondere zu Anfangszeiten des Christentums. Kunst in Kirchen, ob Darstellungen von Jesus am Kreuz, Gemälde der Maria, Kirchenfenster oder Kirchenarchitektur insgesamt werden heute nicht ausschließlich rituell-religiös, sondern auch als «Kunst an sich» betrachtet. Über die Kunst seien Kirche und Gesellschaft verbunden.
Mit dieser Verbindung beschäftigten sich die Vorträge von Erik Hillestad, Kari Veiteberg, Erling Pettersen und Tor Sørby. Kirche solle Raum geben für breite Reflexion. Kunst, darin waren sich alle Redner*innen einig, sei ein ideales Medium für Reflexion. Sie solle, wie ein «ungehorsames Kind», (Hillestad) zum kritischen Selbsthinterfragen dienen und mitunter auch «ungemütlich» (Veiteberg) sein. Kirche solle und müsse mehr quer und unkonventionell denken (Pettersen) und dies durch und mit Kunst von Musik über bildende Darstellungen bis hin zu Tanz. Eine Reihe von Beispielen für die Verbindung von Kunst und Kirche präsentierte Tor Sørby, der die Akademie von Moss mit aufgebaut und sie zu einer Arena des Austausches und der Reflexion hin entwickelt hat. Für sein Engagement wurde er mit dem diesjährigen Preis der NKA ausgezeichnet.
Den Abschlussgottesdienst feierten die Teilnehmenden gemeinsam mit Pfarrer Kjel Yngve Riise (Tromsø), zugleich Vorsitzender der NKA, in der mittelalterlichen Nikolaikirche in Gran.


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