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Freitag, 08. Juni 2018 | 12:54 Alter: 72 Tag(e)

Mehr als ein Denkmal!


Podiumsgespräch am Sonntag, Foto: © Dr. Matthias Donath

Am Wochenende vom 25. Bis 27. Mai 2018 fand in der Evangelischen Akademie Meißen eine Tagung zum Thema „1050 Jahre Hochstift Meißen und sein Einfluss auf die Gesellschaft“ statt. Die Tagung war Teil der Gesamtfeierlichkeiten rund um den Meißner Dom.

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Kathrin König dürfen wir Ihnen einen Beitrag aus der Wochenzeitung „Der Sonntag“ zur Verfügung stellen:

Ein Jubiläum als Stein des Anstoßes
 
Meißen. Vor 1050 Jahren wurde in Meißen das Hochstift gegründet. Deshalb hatte die Evangelische Akademie am letzten Maiwochenende eine Tagung organisiert. 65 Teilnehmer haben drei Tage lang historische Details über die ältestes Institution Sachsens gehört, Debatten über Geldmangel geführt und laut darüber nachgedacht, wie man einen Dom mit Leben füllen kann. Als Höhepunkt wertete der Studienleiter der Evangelischen Akademie, Johannes Bilz den Austausch mit Stiftern aus Brandenburg, Merseburg und Naumburg, Zeitz, dem Domstift Wurzen und der Stiftung Frauenkirche Dresden. Dabei seien konkrete Ideen auf den Tisch gekommen. „Ob man nicht eine gemeinsame Dombauhütte gründen sollte, um Geld zu sparen“, sagte Johannes Bilz.

Immerhin habe Meißen ein komplettes Domgerüst, das auch andernorts nützlich sein könnte. Diskutiert wurde auch darüber, ob man gemeinsam musikalische Programme erstellen sollte, die aufeinander aufbauen. „Es ging darum, sich weiter zu vernetzen und von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Denn im Grunde eint alle, dass ihre Finanzierung problematisch ist“, sagte Bilz.
Neben einem Zuschuss der Landeskirche in Höhe von 188.000 Euro im Jahr finanziert sich das Hochstift Meißen überwiegend aus Eintrittsgeldern für den Dom. Künftig ist eine Stiftung geplant, die das Hochstift unterstützen soll. Für den Finanzsockel würden noch Zustifter gesucht.
Der Wurzner Domherr Heinz Hartwig Böhmer, der auch Vorsitzender des Finanzausschusses der Synode ist, meinte: „Es geht nicht nur darum, einen Dom als Bauwerk zu erhalten. Ein Domstift hat auch eine gesellschaftliche Aufgabe.“ In den Diskussionen in Meißen kristallisierten sich fünf Schwerpunkte heraus, die nach der Einschätzung des Studienleiters Johannes Bilz‘ wichtig für jedes Hochstift seien. Zum einen sei das die Kontinuität geistlicher Angebote, also dass regelmäßig Gottesdienste und Andachten in einem Dom stattfinden. Dann die Arbeit mit geistlicher Musik. Drittens wären Kulturangebote jenseits von Musik wichtig, beispielsweise das Betreiben eines Museums. Zudem gehe es immer auch um den Erhalt des Bauwerks und wie man das bezahlt. Die Tagungsteilnehmer diskutierten auch über den Bildungsauftrag und wie sich ein Hochstift einbringen kann, um dem gerecht zu werden.
Akademieleiter Bilz hofft, dass diese Jubiläumstagung Impulse für die konkrete Arbeit des Hochstifts Meißen geben konnte und gleichzeitig der Auftakt zu mehr Netzwerk-Arbeit der Domstifter war. Sein Vorschlag: „Die evangelischen Akademien könnten die Plattform bieten für einen regelmäßigeren Erfahrungsaustausch der Stifter.“

Kathrin König


Ein zusammenfassendes Fazit des Akademiedirektors über die Tagung lesen Sie Opens external link in new windowhier.



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