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Freitag, 15. November 2019 | 13:31 Alter: 22 Tag(e)

Wie die Friedliche Revolution in Freiberg bis heute wirkt


Der frühere Freiberger Superintendent Wilhelm Schlemmer und die Süddeutsche-Journalistin Antonie Rietzschel sprechen im Freiberger Dom über 1989 und die Folgen

30 Jahre nach der Friedlichen Revolution werden am 21. November um 19:30 Uhr der damalige Freiberger Superintendent Wilhelm Schlemmer und die renommierte Journalistin Antonie Rietzschel, die unter anderem für die „Süddeutschen Zeitung“ schreibt, nach den positiven wie negativen Weichenstellungen dieser Zeit fragen. Der Theologe Schlemmer hat 1989/90 den Runden Tisch in der Bergstadt moderiert, die 1986 in Sachsen geborene Journalistin Rietzschel beschäftigt sich intensiv mit dem Rechtspopulismus. 

„Meine Aufgabe damals habe ich darin gesehen, Prozesse zu organisieren, die im gesellschaftlichen und politischen Rahmen nötig waren, sowohl auf der kommunalen wie auch kirchlichen Seite“, erinnert sich Wilhelm Schlemmer an seine Zeit als Moderator des Runden Tisches.  „Meine Hoffnung war die Einheit Deutschlands. Aber mir war schon damals bewusst, dass es ein langer herausfordernder Weg wird. Das habe ich so auch immer ausgesprochen. Aus meiner Sicht hat sich dies auch so bestätigt.“

Die Journalistin Antonie Rietzschel wiederum beobachtet für die „Süddeutsche Zeitung“, wie AfD und Pegida das Erbe der Friedlichen Revolution und den Ruf „Wir sind das Volk“ für sich vereinnahmen und sucht nach den Gründen dafür. „Die AfD stellt einen Revolutionsmythos wieder her“, sagt sie. „Menschen, die sich machtlos gefühlt haben, bekommen dadurch wieder eine Macht, Zusammenhalt und das Gefühl: Wir können ein System stürzen.“

Die Veranstaltung ist der Auftakt der Freiberger „Kreuzganggespräche“ im Dom. Mit ihnen wollen die Domgemeinde und die Evangelische Akademie Meißen wichtigen Themen der Gesellschaft eine Plattform geben. Für das kommende Jahr sind drei Kreuzganggespräche geplant zur Situation im ländlichen Raum, zum Thema Künstliche Intelligenz und zum Umgang mit der Wahrheit und „Fake News“.


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