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Donnerstag, 28. November 2019 | 15:13 Alter: 8 Tag(e)

Kardinal Kasper zu Besuch: „Persönliche Begegnung ist der beste Weg in der Ökumene“


Akademie-Direktor Stephan Bickhardt, Geschäftsführerin Kerstin Hörster, Kardinal Walter Kasper und der katholische Akademiedirektor Dr. Thomas Arnold.

Zwei Tage zuvor diskutierte Kardinal Walter Kasper 500 Jahre nach Luthers Leipziger Disputation mit Altbischof Wolfgang Huber in der Messestadt über die Zukunft der Ökumene –am 28. November besuchte er die Evangelische Akademie Meißen. „Persönliche Begegnung ist immer der beste Weg“, fasste der Kurienkardinal und langjährige Präsident des Päpstlichen Rates  zur Förderung der Einheit der Christen seine Erfahrungen in der Ökumene und vielleicht auch seine Methode zusammen.

Im Gespräch mit dem Direktor der Evangelischen Akademie Stephan Bickhardt, der Geschäftsführerin dieser evangelischen Einrichtung Kerstin Hörster und dem katholischen Akademiedirektor Dr. Thomas Arnold ging es um die aktuellen Herausforderungen der Kirche in Ostdeutschland. Zum Rechtspopulismus von AfD und Pegida plädierte der Kardinal für klare Positionen: „Die Kirchen müssen da etwas sagen. Denn es geht auch um grundlegende anthropologische Fragen.“

Als langjähriger Ökumene-Kardinal des Vatikans betonte er das Verbindende der Konfessionen. „Wir werden getauft in die eine Kirche – da ist das Grundlegende schon da“, sagt er mit Blick auf die von Katholiken und Protestanten wechselseitig anerkannten Taufen. Auch bei der Frage der Rechtfertigung des Menschen vor Gott sieht er vor allem Unterschiede in den Begriffen, aber nicht in der Sache. Der Mensch müsse sich nicht selbst retten. Für Kardinal Kasper steht die Barmherzigkeit im Herzen des christlichen Glaubens – die Barmherzigkeit Gottes und die zwischen den Menschen.

Vor dem Gespräch in der Evangelischen Akademie hatte der Meißner Superintendent Andreas Beuchel den Kardinal durch den Dom und seine katholisch-evangelische Geschichte geführt. Der Besuch war der ausdrückliche Wunsch des in Rom lebenden Theologen gewesen.


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