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Montag, 28. August 2017 | 14:44 Alter: 86 Tag(e)

An Deck mit Landesbischof Dr. Carsten Rentzing


v.l.n.r.: Claudia Kunde, Thomas Arnold, Dr. André Thieme, Johannes Bilz, Prof. Dr. Christoph Böttigheimer und Dr. Carsten Rentzing

Eine Exkursion der besonderen Art stand an vergangenen Samstag auf dem Programm: Per Schiff näherten sich 50 Teilnehmende einer Person, die vor 1000 Jahren lebte und immer wieder ins Bewusstsein gerückt wird. So auch im 500. Jahr nach dem Thesenanschlag von Wittenberg.

Der historische Raddampfer „Meissen“  bot das Transportmittel und den Raum - auf dem Weg von Dresden nach Meißen und zurück - sich mit der historischen Person des Benno auseinander zu setzen und zugleich leidenschaftlich über die Frage nach der Bedeutung von Heiligen in der katholischen und evangelischen Kirche heute zu streiten.

Als ökumenischer Thementag wurde diese Exkursion gemeinsam von der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen, der Evangelischen Akademie Meißen und dem Schlösserland Sachsen initiiert.
Auf dem Schiff schlugen Experten in vier Vorträgen und einer Podiumsdiskussion den Bogen von der historischen Gestalt Bennos über die Heiligsprechung 1523, die lutherische Kritik an der Heiligenverehrung und den Ablasshandel bis hin zur Praxis der Heiligsprechung heute und der Vorbildrolle von Vätern und Müttern im Glauben.

Angelandet in Meißen erstieg die Gruppe, die jeweils zur Hälfte aus katholischen und evangelischen Christen bestand, den 100 Meter über der Elbe gelegenen Burgberg, um gespannt Fakten und Zeugnisse in der Sonderausstellung „Ein Schatz nicht von Gold“ in der Albrechtsburg Meißen unter sachkundiger Führung von Kuratorin Claudia Kunde und Dr. André Thieme zu entdecken. Auf der Rückfahrt nach Dresden brachten die Akademiedirektoren Thomas Arnold und Johannes Bilz Landesbischof Dr. Carsten Rentzing mit Prof. Dr. Christoph Böttigheimer ins Gespräch.  Ein Fokus lag auf den ökumenischen Gemeinsamkeiten im Blick auf das Geheiligtsein eines Jeden durch die Taufe, gleichwohl die Unterschiede zwischen beiden Kirchen in Bezug auf die Anrufung der Heiligen und deren Funktionalisierung transparent gemacht wurden.
So sagte Prof. Dr. Christoph Böttigheimer mit Blick auf die Praxis der Heiligsprechung: „Es kann nicht bei der Verehrung der alten Heiligen bleiben, es muss auch heute Heilige geben.“ „Ich spreche lieber von Vorbildern im Glauben,“  konterte  Landesbischof Dr. Carsten Rentzing. „Es ist unbestreitbar, dass es geschichtliche Figuren gibt, die als Vorbilder taugen, wie z.B. Dietrich Bonhoeffer. Doch wir alle sind Heilige, nicht im moralischen Sinne, sondern als Ausgesandte Gottes.“


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