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Dienstag, 30. Mai 2017 | 08:58 Alter: 80 Tag(e)

Auf dem Weg – Ein Kirchentagsrückblick


Festgottesdienst in Lutherstadt Wittenberg (Foto: Dr. Julia Gerlach)

Düzen Tekkal (Foto: Dr. Kerstin Schimmel)

Kathrin Pflicke, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz Petra Köpping, Kathrin Wallrabe, Dr. Kerstin Schimmel (Foto: EVLKS)

Die Kneipengespräche boten Stoff für intensiven Austausch (Foto: Christian Kurzke)

Oberbürgermeister Burkhard Jung, Landtagsabgeordnete Aline Fiedler, Joachim Klose und Johannes Bilz (Moderation), Joachim Maaz in der Nikolaikirche Leipzig (Foto: Sylke Bilz)

500 Jahre Reformation dieses Ereignis bildete den Rahmen des diesjährigen 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages, der, anders als sonst, an vielen Orten gleichzeitig gefeiert wurde. Neben den zentralen Veranstaltungen in Berlin und Lutherstadt Wittenberg erinnerte der „Kirchentag auf dem Weg“ in Dessau-Roßlau, Erfurt, Halle/Eisleben, Jena/Weimar, Leipzig und Magdeburg daran, dass die lutherische Reformation viele Orte hat, an denen sie gewirkt hat und durch die sie noch heute wirkt.
Rund 106.000 Besucher/innen zählten die zentralen Veranstaltungen, während in Mitteldeutschland, dem Kernland der lutherischen Reformation, etwa 50.000 Menschen teilnahmen. Die Auswahl an Veranstaltungen ist beachtlich, insbesondere da der Kirchentag das Produkt einer Laienbewegung ist und von vielen ehrenamtlichen Helfer/innen konzipiert, organisiert und durchgeführt wird. Ob Großveranstaltungen wie Rockkonzerte, ein Podium mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Ex-Präsident Barack Obama, eine Predigt des südafrikanischen Erzbischofs Thabo Makgoba beim Fetsgottesdienst „Von Angesicht zu Angesicht“ oder stillere Formate wie Bibelarbeiten oder Meditation jede/r konnte sich zwischen Jena, Leipzig und Berlin wiederfinden.

Die Evangelische Akademie Meißen engagierte sich mit einer bunten Palette an Veranstaltungen in Leipzig, wo insgesamt 15.000 Teilnehmende aufliefen.
Beim Frauenmahl im Rahmen der Reihe „Wir sind Reformerinnen Frauen geben Impulse für die Zukunft“ gaben die jesidische Filmemacherin, Journalistin und Kriegsberichterstatterin Düzen Tekkal und die Ev.-Luth. Bischöfin Islands Solveig Lara Gudmundsdottir Impulse. Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek überbrachte in seiner Rede die Grußworte der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig. Während der feierlichen Matinee im Salle de Pologne wurde schließlich die umfangreiche Dokumentation „Wir sind Reformerinnen—Frauen geben Impulse für die Zukunft“ durch die Staatsministerin Petra Köpping überreicht.

In insgesamt 30 Kneipengesprächen, von denen die Evangelische Akademie Meißen vier durchführte, ging es um nichts weniger als „um Gott und die Welt“. Meist rückten die Gäste die Stühle eng zusammen, die eingeladenen Referierenden hielten keine Vorträge, sondern waren diejenigen, mit denen sich ein/e jede/r am Tisch in einer Kneipe sitzend austauschte. Die Gläser waren zumeist schneller leer als die Zeit vorbei war, und so wurde kurzweilig und intensiv an zahlreichen Orten der Stadt über die Rolle des Verfassungsschutzes, über die ausgrenzende Wirkung der Inklusionspolitik, über Comics, Integration, Kunst, die wirkliche Wahrheit, Demonstrationsrecht, Humor, Pressefreiheit, Sexualität und Vieles mehr debattiert.

Bürgerschaft, Engagement und Mitbestimmung in Gemeinden und Quartieren bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Die Veranstaltungsreihe „Demokratie und Zivilgesellschaft“ organisierte Stadtteilgespräche in Connewitz, Gohlis, Grünau und dem Eisenbahnstraßenviertel zu Fragen des Miteinanders. Unter der Überschrift „Die Würde des Menschen ist in Gefahr. Wir müssen um sie ringen“ überreichten Aktive dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhardt Jung zum Abschluss in der Nikolaikirche 24 Thesen aus dem Stadtteil Grünau zu Gerechtigkeit in Leipzig, im Land und im persönlichen Leben. Um Demokratie zu leben und zu entwickeln, so das Podium bestehend aus der Landtagsabgeordneten Aline Fiedler, Oberbürgermeister Burkhard Jung und dem Psychologen Dr. Joachim Maaz, seien eine bürgerfreundliche Verwaltung und mehr Empathie für die Bürger/innen ebenso entscheidend wie das Wissen aller über demokratische Spielregeln und das „Handwerk der Politiker/innen“. Als Dauerbrenner geht über Kirchenschwelle und Kirchentag hinaus die Frage als Aufgabe mit: „Wie können alle Akteure in Politik und Gesellschaft wieder mehr Vertrauen zueinander gewinnen?“

Im Neuen Rathaus zeigte die Evangelische Akademie Meißen die Ausstellung „Bewegte Reformation“, bestehend aus 17 Stelen über zentrale Themen der Reformation, die insbesondere dazu dienen, die Diskussion über ihre Bedeutung für heute zu fördern.

 

 


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